FDP Tiergarten

10.10.2010

Ernst Jünger - Hinweistafel an der Dortmunder Straße 13

Ein Antrag von Dr. Kurt M. Lehner Die FDP Tiergarten fordert eine Hinweistafel an dem Haus Dortmunder Straße 13 in Moabit.

Hier lebte der Schriftsteller Ernst Jünger, der dort in den Jahren 1931 bis 1932 lebte.

Im Februar 2008 jährte sich sein Todestag zum 10. Mal.
Von den vier Häusern, die der Schriftsteller Ernst Jünger (1895-1998) in seinen Berliner Jahren 1927 bis 1933 bewohnte, steht nur noch eines, nämlich in Mitte: Dortmunder Str. 13 (Moabit).

Jünger befleißigte sich unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs-Erlebnisses zunächst einer radikalen Publizistik, die besonders in heutigen Ohren problematisch klingt. Er erkannte aber schon in dieser frühen Phase seiner Autorschaft bestimmte Zeittrends scharf und wandte sich schließlich von der Kriegspublizistik ab. Sein anschließendes Hauptwerk ist durch die Frage nach der conditio humana in Zeiten des Totalitarismus und des technologischen Zeitalters geprägt. Der Vereinnahmung durch die Nazis entzog er sich konsequent. Er gehörte zum weiteren Widerstandskreis der Offiziere um General C.-H. v. Stülpnagel und den späteren Bundeswehr-Generalsinspekteur Hans Speidel in Paris.

Die Großstadt Berlin wurde für Jünger zu einem Ort, an dem er zentrale Anregungen für sein Werk empfing. Vor allem das Buch "Das Abenteuerliche Herz" sowie der epochale Essay "Der Arbeiter - Herrschaft und Gestalt" sind durch seine Berliner Erfahrungen und Begegnungen wesentlich geprägt.

Jünger war der einzige deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der zu Lebzeiten zweimal eine Ausgabe sämtlicher Werke erlebte; seine immense literarische Wirkung ist herausragend. An einen Schriftsteller von dieser - durchaus kritisch zu würdigenden - Bedeutung, der in Berlin gelebt und einerseits stark durch diese Stadt geprägt worden ist, andererseits Berlin in seinem literarischen Schaffen auch Raum gegeben und geschildert hat, sollte in Berlin auch erinnert werden, selbst wenn man sein frühestes publizistisches Wirken als problematisch ansieht. Eine Hinweistafel am Haus Dortmunder Str. 13 auf Ernst Jünger gehört für die Stadt Berlin zur Ehrlichkeit im Umgang mit ihrer Geschichte.


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